Offene Ladenkasse


Die offene Ladenkasse ohne digitale Datenverarbeitung ist weiterhin erlaubt. Allerdings müssen alle Kassenberichte jeden Tag handschriftlich festgehalten und alle Ein- und Ausgaben protokolliert werden. Dabei müssen alle Aufzeichnungen komplett fehlerfrei sein, dürfen keine Rundungen beinhalten und nicht gestrichen werden.

Die Daten dürfen daher auch nicht in einem Format gespeichert werden, das im Nachhinein veränderbar ist. Beispielsweise nutzen auch Benutzer von Excel-Programmen eine digitale Eingabesoftware und müssen daher eine TSE besitzen.

Eine offene Ladenkasse ist also nur erlaubt, wenn jeden Tag handschriftlich ein Kassenbericht erstellt wird. Aus dem Kassenbericht müssen die Tageseinnahmen ermittelt werden können. Dieser Bericht wird nicht durch ein Kassenbuch ersetzt. 

Die Tageseinnahmen, die jeden Tag handschriftlich und unveränderbar festzuhalten sind, ergeben sich aus folgenden Faktoren:
Wie viel Geld war Ende des Tages davor in der Kasse?
- Wie viel Bargeld befindet sich am Anfang des aktuellen Tages in der Kasse? -> Daraus muss eine Zwischensumme erstellt werden.
- Wurde privates Geld in die Kasse eingezahlt? Wie viel?
+ Wurde privates Geld aus der Kasse entnommen?
+ Welche Betriebsausgaben haben am aktuellen Tag stattgefunden?
Außerdem sind die Bruttoeinnahmen des laufenden Tages zu vermerken.

Auch Besitzer von offenen Ladenkasse werden sich auf eine Kassennachschau vom Finanzamt vorbereiten müssen. Diese könnte im Fall der offenen Ladenkasse erheblich mehr Zeit beanspruchen, da die Daten vom Prüfer des Finanzamtes nicht einfach elektronisch abgerufen werden können. Wenn formelle Mängel festgestellt werden, können beispielsweise Besteuerungsgrundlagen geschätzt werden. Dazu kann es bereits kommen, wenn eine Einnahme fehlt oder das Kassenbuch nicht chronologisch geführt wird. Außerdem kann ein erheblicher Mehraufwand entstehen, wenn die Beweislast umgekehrt wird oder sogar ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden.

Ein weitere wichtiger Punkt, der bei einer offenen Ladenkasse zu beachten ist:
"Wer sich Ausnahmeregelung erstreitet, erhält im Finanzamt einen Risikovermerk, davon kommt kaum einer wieder runter und die Zuschläge fallen empfindlich aus." (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Zu beachten ist auch, dass eine offene Ladenkasse nur mit Bargeld geführt wird. Kunden, die mit EC-Karte, Apple-Pay oder Google-Pay zahlen wollen, können an der offenen Ladenkasse nicht bezahlen.


Weiterführende Links:

05.12.2019
https://sevdesk.de/lexikon/ordnungsgemaesse-buchfuehrung/

27.11.2019
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kassengesetz-einfach-wasser-drueberkippen-1.4699673

01.06.2019
https://www.handwerksblatt.de/themen-specials/registrierkassen-worauf-muessen-haendler-achten/keine-pflicht-zur-elektronischen-kasse-ab-2017 

27.05.2019
https://www.lhp-rechtsanwaelte.de/themen/betriebspruefung/kassenfuehrung-offene-ladenkasse/ 

15.05.2019
http://www.registrierkassenpflicht-deutschland.com/offene-ladenkasse/

26.04.2019
https://buchfuehrung-mit-vorsprung.com/kassenfuehrung-bei-nutzung-einer-offenen-ladenkasse/

22.05.2018
https://www.haufe.de/finance/buchfuehrung-kontierung/kassenfuehrung-besonderheiten/rechtssichere-moeglichkeiten-die-bareinnahmen-zu-dokumentieren_186_304526.html



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